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Legenden rund um Martin von Tours

Hl. Martin, das imponiert mir

Heiliger Martin, wie du dich im Streit mit Priscillian und seinen Gefährten verhalten hast, das imponiert mir.
Irgend etwas an diesen Menschen muß dich besonders beeindruckt haben,
irgendwie hast du dich deren radikaler Nachfolge verwandt gefühlt.
Aber du spürtest auch, daß sich die Priscillianer in ihren Ideen verrannten,
dass sie die Gemeinschaft der Kirche verlassen hatten,
dass ihre Verkündigung zur Gefahr für die noch junge Gemeinde werden könnte.

Ihnen verwandt und doch anderer Meinung,
mit ihnen sympathisierend und doch in der Sache ihr Gegner.
Aber anders als viele deiner Bischofskollegen wolltest du dich mit den Priscillianern auseinandersetzten,
sie überzeugen,
sie zurückführen auf den richtigen, den gemeinsamen Weg der Kirche.

Nichts hieltest du von dem politischen Prozeß,
den der Kaiser führen sollte als der verlängerte Arm der machthungrigen Bischöfe.
Nichts hieltest du von Todesurteilen,
die zwar die Menschen vernichten konnten,
nicht aber ihren Glauben, nicht ihre Ideen.

Du wusstest, dass Gewalt nur neue Gewalt schafft,
dass allein die Gewalt des Wortes und die Überzeugungskraft des eigenen Lebens
jene Irrenden hätte zur Umkehr bewegen können.

Das können wir lernen von dir:
Auf die Kraft des Wortes zu vertrauen,
die Überzeugungskraft unseres Lebens aus dem Glauben einzusetzen,
Geduld zu üben und Nachsicht.
Lernen, daß Treue zur eigenen Überzeugung nur dann der Maßstab sein kann für andere,
wenn sich diese Überzeugung an der Wahrheit ausrichtet,
wenn sie dem Wohl der Gemeinschaft dient,
wenn sie andere mitreißt und nicht ausgrenzt.

Obwohl du selbst andere bittere Erfahrungen gemacht hast,
als dich die Häretiker in Mailand fassten und folterten,
hast du dennoch nicht die Erfahrung zum Maßstab deines Handelns gemacht,
sondern die Überzeugung, dass von einem Gespräch die größere Kraft ausgeht.

Heiliger Martin, laß uns lernen von dir.

(aus: Heiliger Martin von Tours, 1997 hrsg. vom Pastoralamt der Diözese Eisenstadt)